Felix Ringel: Zukunft ethnographieren! - Warum gerade die Vergangenheit NICHT die richtige Perspektive zur Erforschung Ostdeutschlands ist

kkk

Research Factory B/ORDERS IN MOTION
29. Oktober 2026, 16:15-17:45 Uhr

In Präsenz, Raum HG 109 (Senatssaal, EUV Hauptgebäude)

Felix Ringel (Durham University):
Zukunft ethnographieren! - Warum gerade die Vergangenheit nicht die richtige Perspektive zur Erforschung Ostdeutschlands ist

Die Zukunft war lange Zeit nicht Schwerpunkt sozialwissenschaftlicher Forschung. Das ist ein gravierender Mangel, gerade weil in den vergangenen Jahrzehnten die Zukunft selbst zum allbestimmenden Problem geworden ist. Menschen in postindustriellen Gesellschaften erleben den sogenannten Spätkapitalismus als eine Welt der Unsicherheit und Unplanbarkeit. In diesem Kontext wird oft den Verlierern der postindustriellen Revolution, zu denen auch Ostdeutsche gehören, jedwede Handlungsmacht bezüglich der Zukunft aberkannt. Anhand seiner Forschungen in postindustriellen Städten in Ost- und Westdeutschland zeigt Felix Ringel, warum es wichtig ist, menschliche Beziehungen zur Zukunft ernst zu nehmen. Doch wie erforscht man eigentlich die Zukunft, wenn sie noch nicht geschehen ist? Und, viel wichtiger, wie können sich moderne Gesellschaften die Zukunft wieder zu eigen machen?

Keynote Lecture des Workshops "Ein immer noch geteilter Himmel? Verflechtungen und Asymmetrien entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze", gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft. 

 

Dr Felix Ringel ist Associate Professor am Institut für Anthropologie an der Universität von Durham. Nach dem Studium der Kulturwissenschaften an der Viadrina in Frankfurt (Oder) hat er umfangreiche ethnographischen Forschungen in postindustriellen Städten in Europa und Afrika durchgeführt, u.a. in Hoyerswerda und Bremerhaven. Seine Forschung zu Zeitlichkeit, Zukunft und urbaner Nachhaltigkeit wurde in Fachjournalen wie The Journal of the Royal Anthropological Institute, Critique of Anthropology, Anthropological Theory und Social Analysis veröffentlicht. Er ist Autor des Buches Back to the Postindustrial Future: An Ethnography of Germany’s Fastest-Shrinking City und Mitherausgeber der Sonderausgabe des Cambridge Journal of Anthropology zum Thema “Time-Tricking: Reconsidering Temporal Agency in Troubled Times”. Zur Zeit forscht Felix Ringel im postindustriellen Nordosten Englands. Zudem ist er Teil des interdisziplinären Forschungsprojekts EleComp, in dem er das sozialwissenschaftliche Arbeitspaket zur verantwortlichen Innovation und nachhaltigen Zukunft elektrischer Verbundwerkstoffe koordiniert.

 

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