Un/gewisse Grenzen (Wissenschaftliches Netzwerk)

Details

Projektleitung:

  • Dr. Dominik Gerst (Akademischer Mitarbeiter, Universität Leipzig, Institut für Kulturwissenschaften)
  • Dr. Maria Klessmann (Akademische Mitarbeiterin, Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION)
  • Dr. Christian Banse (Palliativmedizinische Forschungsstelle, Universitätsmedizin Göttingen)
  • Dr. des Kamil Bembnista
  • Dr. Annett Bochmann (Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin)
  • Dr. Ulla Connor (CEUS Nachwuchskolleg Europa, Universität des Saarlandes)
  • Anna Derriks, Dipl.-Ing. (Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main)
  • Dr. Larissa Fleischmann (Institut für Geowissenschaften und Geographie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)
  • PD Dr. Andrea Gremels (Privatdozentin am Institut für Romanische Sprachen und Literaturen der Goethe-Universität Frankfurt am Main)
  • Prof. Dr. Hannes Krämer (Professurinhaber, Universität Leipzig, Institut für Kulturwissenschaften)
  • Dr. Sabine Lehner (Institut für soziale Inklusionsforschung, FH St. Pölten)
  • Dr. Andrew Tompkins (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut Warschau)
  • Dr. Paul Trauttmannsdorff (Research Fellow am Department of Science, Technology and Society der Technischen Universität München)
  • Daniela Triml-Chifflard, M.A. (Institut für Sozialanthropologie und Religionswissenschaft, Philipps-Universität Marburg)

  • Dr. Peter Ulrich (Wissenschaftlicher Geschäftsführer, Kommunalwissenschaftliches Institut, Universität Potsdam)

Drittmittelfinanzierung:

DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)

Projektlaufzeit:

1.12.26 - 30.11.29

Projektbeschreibung:

Das Netzwerk stellt die Frage nach der Dynamik zwischen Gewissheit und Ungewissheit in Grenz(ziehungs)prozessen. Ausgangspunkt ist die im Feld der interdisziplinären Grenzforschung diagnostizierte Komplexität von Grenzen, die sich als plurales Zusammenfallen verschiedener Grenz(ziehung)en, politisch territorialer ebenso wie ethnischer, temporaler, ökonomischer oder sprachlicher, verstehen lässt. Dabei bietet der Blick auf Grenzen und von den Grenzen her die Möglichkeit, eine analytische Betrachtungsweise von den Rändern, den (Um-)Brüchen, den Irritationen her zu formulieren und für verschiedene Forschungsfelder und deren Grenzfälle fruchtbar zu machen. So haben sich neben der Analyse von Grenzen als räumliche Phänomene, in den Sozial- und Kulturwissenschaften vielgestaltige Forschungen zu sozio-symbolischen Grenzen und Grenzziehungspraktiken etabliert, die im Rahmen der Netzwerkarbeit systematisch aufeinander bezogen werden sollen.

Die auf empirischen Einzelfällen beruhende Vermutung, dass Grenzen unter Bedingungen ihrer gegenwärtigen Komplexität in hohem Maße Un/Gewissheiten produzieren, umgekehrt Un/Gewissheiten zu Grenzziehungen führen und diese Grenzziehungen mithin selbst un/gewiss sind, möchte das Netzwerk in seiner empiriebasierten Arbeit zur interdisziplinären Theoriebildung nutzen. Grenzen, die häufig mit nicht eindeutigen und gleichsam komplexen Bedeutungen aufgeladen sind, zeitigen dabei sehr spezifische Effekte. Einer dieser Effekte ist die Produktion von und die Reaktion auf Un/Gewissheit sowie die Un/Gewissheit der Grenzziehung selbst. So zeigt sich, dass die eine markierte Differenz, die an der Grenze relevant gemacht wird, und somit beispielsweise über Ein- und Ausschluss entscheidet, die Überführung eines ungewissen in einen gewissen Zustand (oder auch umgekehrt) bedeuten kann.

Dr. des. Maria Klessmann

Akademische Mitarbeiterin, Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION