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Norbert Cyrus: "Schattenseite der Freizügigkeit: Mobile EU-Bürder in der Zone des Prekarität" (ZIP-Forschungskolloquium)


Anfangsdatum:
16.12.2021 11:15

Enddatum:
16.12.2021 12:45

Ort:
GD05 in Präsenz


Die Schattenseite der Freizügigkeit: Mobile EU-Bürger in der Zone der Prekarität
(ZIP-Forschungskolloquium)

Dr. Norbert Cyrus, Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION

Seit dem 1. Mai 2004 ist Polen Mitglied der Europäischen Union. Es dauerte aber eine Übergangsphase von weiteren sieben Jahren, bis die europäische Arbeitnehmerfreizügigkeit auch für polnische Bürgerinnen und Bürger vollständig umgesetzt wurde. Obwohl Polen inzwischen das zweitwichtigste Herkunftsland bei der zugewanderten Bevölkerung in Deutschland darstellt, wird die aktuelle Mobilität von Polen in der deutschen Öffentlichkeit kaum thematisiert – und in öffentlichen Diskursen über Probleme im Zusammenhang mit Migration und Integration wird nur noch selten auf Polen verwiesen. Aus dem Blick gerät damit, dass auch bei der aus Polen zugwanderten Bevölkerung ein kleiner Teil – um mit einem Konzept von Robert Castel zu sprechen – in einer Zone der Prekarität oder sogar Abkopplung lebt. Prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse bilden die Schattenseite der Freizügigkeit in unzureichend regulierten Arbeits- und Wohnungsmärkten. Nach einer kurzen Rekapitulation der jüngeren Geschichte der Zuwanderung aus Polen werde ich Befunde und Überlegungen aus einem laufenden Forschungsprojekt zur Lage mobiler EU-Bürgerinnen und -Bürger mit Unterstützungsbedarfen in Hamburg vorstellen. Bezugspunkte sind die Konzepte des Neuanfangens, der Bewältigung und der sozialen Unterstützung.

Moderation: Dr. Falk Flade

Anmeldung unter: klodnicki@europa-uni.de