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Dr. Barbara Alicja Jańczak - ‚Linguistische Grenzschaft‘ als eine analytische Kategorie - Research Factory B/ORDERS IN MOTION


Anfangsdatum:
19.10.2022 16:00

Enddatum:
19.10.2022 18:00

Ort:
Hybrid (HG 109 und ZOOM)


‚Linguistische Grenzschaft‘ als eine analytische Kategorie: Sprachkontakt, Sprachpolitik und Sprachlandschaft in der deutsch-polnischen Grenzregion

Sprecherin: Dr. Barbara Alicja Jańczak (Institut für Angewandte Linguistik, Adam Mickiewicz-Universität Poznan)

Die Existenz mehrerer Sprachen setzt die Existenz sprachlicher Grenzen voraus, die wegen Kommunikationsnot häufig überwunden werden (vgl. Sopata 2009: 15). Die Kommunikationsschwierigkeiten und der Kommunikationsbedarf mögen besonders an Staatsgrenzen zu spüren sein. Dabei beeinflussen die Permeabilität oder Durabilität der Staatsgrenzen Lebens- und Arbeitsbedingungen aber auch Kommunikationsroutinen der Grenzeinwohner.

In diesem Vortrag wird die analytische Kategorie der ‚Linguistischen Grenzschaft‘ (Jańczak u.a. 2015, 2016) diskutiert, die sich auf Sprachpolitik, Sprachlandschaft und Sprachkontakt im deutsch-polnischen Grenzgebiet bezieht.

Die ‚Linguistische Grenzschaft‘ ist als eine der drei Zonen der Grenzintegration zu verstehen (vgl. Model der Grenzintegration, Jańczak i. V.). In dieser Zone manifestieren sich häufig Hybridisierungsprozesse. Das Konzept basiert auf der Annahme, dass eine durchlässige Grenze zur Entstehung von kultureller und sprachlicher Hybridität beiträgt. Diese wird durch den ständigen ungestörten und diffusen Kontakt zweier Sprachen und Kulturen ermöglicht und beschleunigt.

Aufgrund ihrer doppelten sprachlichen Diskontinuität ist die deutsch-polnische Grenze ein hochinteressanter Untersuchungsgegenstand für Linguisten (vgl. Kimura 2013, 2017, Kamusella & Nomachi 2014, Jańczak 2015b, 2017). Der Vortrag wird zeigen, wie sich die Hybridisierung in den drei Bezugsfeldern (Sprachpolitik, Sprachlandschaft und Sprachkontakt) der deutsch-polnischen Grenzregion widerspiegelt.

 

Quellen:

Sopata (2009): Erwerbstheoretische und glottodidaktische Aspekte des frühen Zweitspracherwerbs. Sprachentwicklung der Kinder im natürlichen und schulischen Kontext. Poznań: Wydawnictwo Naukowe UAM.

Jańczak, B. A. (2015): „German-Polish Border: Language Contact and Language Use on the Example of Forms of Address of Polish Vendors from Słubice Bazaar“. Rajojen dynamiikkaa, Gränsernas dynamik, VAKKI-symposiumi XXXV 12.–13.2.2015, Rellstab/ Siponkoski (eds.). Vaasa: VAKKI Publications 4, 117-126.

- (2016): „German-Polish Borderscapes: Bordering and Debordering of Communication – an Example of Słubice“. Universal Journal of Educational Research, 4(9). San Jose, CA: Horizon Research Publishing, 2024-2031.

- (2017): “(A)symmetries in language contact and the role of German and English in the German-Polish borderland, in the context of the size of the locations”. Across Borders 6: The West Looks East, Ziobro-Strzępek /Chłopicki (eds.). Krosno: PWSZ, 149-164.

Kamusella/ Nomachi (2014): „The long shadow of borders: the cases of Kashubian and Silesian in Poland”. Eurasia Border Review, 5 (2), 35-60.

Kimura, (2013): „Strategie komunikacji językowej na polsko-niemieckim pograniczu“. Language, Communication, Information. Koutny, I. / Nowak, P. (eds.). Poznań: Rys, 109-124.

- (2017): „Signs of De-territorialization? Linguistic Landscape at the German-Polish Border”. In: Eurasia Border Review, 45-58.