Gefördert aus Mitteln der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung
Projekt finansowany ze środków Polsko-Niemieckiej Fundacji na rzecz Nauki

 

Unterstützt durch die Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit
Projekt wspierany przez Fundację Współpracy Polsko-Niemieckiej

Deutsch English polski
Zurück

Bericht zum Projektworkshop vom 30.05.2015

30.05.2015

Bericht zum Workshop am 30.05.2015, 10.00-17.00 Uhr,
Forschungsprojekt:
„'Wissen ist Macht': Grenzen der politischen Beratung und des Lobbyismus
im politischen Entscheidungsprozess"
organisiert vom Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft
der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Am 30.5.15 fand der erste Workshop des Projektes „'Wissen ist Macht': Grenzen der politischen Beratung und des Lobbyismus im politischen Entscheidungsprozess" in Slubice statt. Ziel des Workshops war die organisatorischen und inhaltlichen Projektansätze sowie die weitere Zusammenarbeit im Rahmen des Forschungsvorhabens mit den Kooperationspartnern zu diskutieren.

Der Koordinator des Projektes, Dr. Artur Kopka (EUV), wählte als Austragungsort für den erstmalig stattfindenden Workshop das Collegium Polonicum, eine gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) (EUV) und der Adam-Mickiewicz-Universität Poznań (AMU). Es befindet sich an der deutsch-polnischen Grenze und spiegelt die inhaltliche grenzüberschreitende Zusammenarbeit des Projektes wider. Teilnehmer des Workshops waren die Koopersationspartner des Projektes. Prof. Dr. Dorota Piontek (AMU), Dr. Jaroslaw Janczak (AMU/EUV), Dr. Bartłomiej Biskup (UW) und Dr. Aleksandra Moroska-Bonkiewicz (NHW) reisten aus verschiedenen Regionen Polens an, während Dr. Artur Kopka (EUV) und Dr. Kamila Schöll-Mazurek (ZIP/EUV) den deutschen Part des Projektes repräsentieren.

Den Workshop eröffnete Dr. Artur Kopka. Nach der Begrüßung erläuterte er zunächst den Zeitplan für die Antragstellung zur Förderung des Projekts sowie die organisatorischen Rahmenbedingungen, stellte er zusammenfassend  die wichtigsten Forschungsansätze des Projektes dar. Anschließend diskutierten die Teilnehmer insbesondere das Konzept der „Expertenkulturen" sowie die Theorie der „Wirtschaftsordnung" als die mögliche Grundlage der beabsichtigten Untersuchung.

Als Nächstes stellte Dr. Jarosław Jańczak (AMU/EUV), der sich im Rahmen seines Projektteils mit dem Grenzbegriff beschäftigt, die Konzepte zur Differenzierung unterschiedlicher Grenzformen vor. Um die Perspektive der Grenzproblematik aufzugreifen, soll bei dem geplanten Forschungsvorhaben die Analyse der Trennmarken zwischen der wissenschaftlichen Politikberatung und dem Lobbyismus im konzeptuellen Kontext der Sozialwissenschaften eingebettet werden.

Des Weiteren wurden die Forschungsansätze zu den einzelnen Teilaspekten präsentiert, die von den Projektteilnehmern bearbeitet werden sollen.

Zunächst stellte Prof. Dr. hab. Dorota Piontek (AMU) ihre konzeptionellen Überlegungen zum Thema: Politische Beratung und Lobbyismus in der Mediendemokratie: Mediatisierung des Expertenwissens als Element des politischen Entscheidungsprozesses am Beispiel Deutschlands und Polens vor. Die von ihr in vergleichender Perspektive vorgenommene Untersuchung bezieht sich auf die Medien als die Quelle des Expertenwissens im Politikbereich sowie ihren Einsatz als Mittel des informellen Lobbyismus. Den Gegenstand der Analyse stellt dabei die Korrelation zwischen den konkreten politischen Entscheidungen und der medialen Verbreitung des Expertenwissens in bestimmten Fachbereichen sowie die Bestimmung, ob und wenn ja, in welchem Umfang die an dem Entscheidungsprozess beteiligten Politiker sich nach den in den Medien präsentierten Expertisen richten.

Die einzelnen Kooperationen zwischen den deutschen und den polnischen Wissenschaftlern werden größtenteils in Form einer Tandem-Zusammenarbeit durchgeführt, d.h. ein deutschsprachiger Wissenschaftler erarbeitet gemeinsam mit einem polnischen Partner einen bestimmten thematischen Teil des Projektes.

Dr. Kamila Schöll-Mazurek (ZIP/EUV) und Dr. Bartłomiej Biskup (UW) befassen sich als Tandem-Team zum einen mit den institutionellen Grundlagen der politischen Beratung und des Lobbyismus im deutsch- polnischen Vergleich und zum anderen mit der Entwicklung der politischen Beratung und dem Verhältnis von „policy consulting" und „policy advice" bei den politischen Beratungsvorgängen im deutsch-polnischen Vergleich.

Dr. Aleksandra Moroska-Bonkiewicz (NHW) analysiert im Tandem-Team mit Dr. Artur Lipiński (AMU) die Rolle von NGO's bei den politischen Beratungsprozessen im Sinne der in diesem Kontext in Polen und Deutschland feststellbaren Unterschiede zwischen der politischen Beratung und dem Lobbyismus.

Der Auftaktworkshop des Projektes erwies sich als erfolgreiche Dialogplattform und regte zu fruchtbaren Diskussionen an.

Der zweite Workshop des Projektes „'Wissen ist Macht': Grenzen der politischen Beratung und des Lobbyismus im politischen Entscheidungsprozess" ist im September 2015 geplant.

Galerie