Willkommen bei der Forschungsgruppe „Border & Boundary Studies“

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Neuer Artikel in "European Planning Studies" veröffentlicht

Im Journal "European Planning Studies (Taylor & Francis) ist im Juni 2019 ein Artikel mit dem Titel "Territorial cooperation, supraregionalist institution-building
and national boundaries: the European Grouping of Territorial Cooperation (EGTC) at the eastern and western German borders" von Peter Ulrich erschienen. Der Artikel beleuchtet die Europäischen Verbünde für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) an der west- und ostdeutschen Grenze und zeigt Unterschiede in der Fuktionsweise der Verbünde anhand von verschiedenen Arten von Grenzziehungsprozessen an den jeweiligen nationalen Grenzen auf. Der Artikel ist ein Beitrag zu einem Special Issue zu "Networks - Governance - Territorialization" herausgegeben von Birte Nienaber und Christian Wille, der im Nachgang zur ABS Europe Konferenz in Luxemburg entstanden ist. Bisher ist der Artikel nur online zugänglich: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/09654313.2019.1623974
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Grenzen sind aufgrund der gegenwärtigen gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Veränderungen wieder in den wissenschaftlichen wie auch öffentlichen Fokus gerückt. Dabei haben nicht nur räumliche Grenzen, wie sie etwa zwischen Staaten, Regionen oder auch Stadtteilen gezogen werden eine große Bedeutung. Ebenso werden auch soziale und kulturelle Trennungen durch gegenwärtige Entwicklungen auf den Prüfstand gestellt.

Die Forschungsgruppe „Border & Boundary Studies“ nimmt diese vielfältige Präsenz von Grenzen zum Ausgangspunkt und fragt nach der Beschaffenheit und Relationalität gegenwärtiger Demarkationen in verschiedenen sozialen Feldern. Die klassische Differenz zwischen Studien zu Raumgrenzen (border(land) studies) und sozialen Grenzen (boundary studies) überwindend, thematisiert die Forschungsgruppe Grenzen als hochkomplexe Gegenstände und zwar sowohl in ihrer theoretischen Konzeption als auch in der empirischen Ausgestaltung. Grenzen werden als multidimensionale, dynamische und relationale Gebilde verstanden, die über Praktiken der Grenzziehungen hervorgebracht, stabilisiert und unterlaufen werden.

Um dieser Komplexität von Grenzen näher zu kommen, werden in der Arbeit der Forschungsgruppe Grenzinfrastrukturen als Analysefokus zentral gesetzt. Infrastrukturen können als Substrat angesehen werden, als gleichermaßen „harte“ (Straßen, Grenzzäune, Pipelines etc.) wie auch „weiche“ (Menschen, Dienstleistungen, Kategoriensysteme etc.) Grundlagen der Verbindung und Trennung, die als physische wie symbolische Gelingensbedingungen kollektive soziale Prozesse und übersituative Strukturierungs- bzw. Relationierungsleistungen ermöglichen. Ausgehend von der aktuellen geistes- und sozialwissenschaftlichen Infrastrukturforschung können somit nicht nur einzelne Grenzobjekte und konkordante Grenzpraktiken in den Blick genommen, sondern auch die meist unbewussten, übersituativen, häufig unsichtbaren und standardisierten Relationen von Grenzarbeitsprozessen analysiert werden.

Im Rahmen des Projektes dient das Konzept der Infrastruktur als Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung in drei unterscheidbaren, sich gleichermaßen überlagernden Forschungslinien: 1) Komplexität von Grenzen, 2) Infrastrukturen der Grenze, 3) Umstrittenheit der Grenze