Willkommen bei der Forschungsgruppe „Border & Boundary Studies“

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Neue Publikationen in Ko-Autorenschaft im Dezember 2019 erschienen

Im Dezember sind zwei Artikel von Peter Ulrich in Ko-Autorenschaft erschienen. 

Zusammen mit Joanna Kurowska-Pysz ist ein Artikel zum Thema "Polish-German cooperation in the field of cultural heritage: the case of the European Park Association of Lusatia" im Journal "Cultural Management. Science and Education" veröffentlicht worden. Der Artikel untersucht die Bedingungen, Effekte und die Rolle der Euroregionen für die Entwicklung von grenzüberschreitenden Netzwerken im Bereich des lokalen Tourismus, des Kulturerbes und der Standortvermarktung. Der Fokus liegt dabei auf den Parklandschaften (Fürst Pückler und Graf von Brühl) entlang der deutsch-polnischen Grenze.

Der im Journal of Frontier Studies (im Russischen "Журнал Фронтирных Исследований") erschienene Beitrag zusammen mit Sergey Troitskiy gibt einen Überblick über verschiedene Heuristiken und Terminologien, die sich mit der "Komplexität von Grenzen" auseinandersetzen. Ausgehend von den Arbeiten am Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION und weiteren Forschungsschwerpunkten gibt der russischsprachige Artikel einen generellen Überblick über verschiedene Ansätze, wie Grenzen in ihrer Komplexität untersucht werden können.

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Grenzen sind aufgrund der gegenwärtigen gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Veränderungen wieder in den wissenschaftlichen wie auch öffentlichen Fokus gerückt. Dabei haben nicht nur räumliche Grenzen, wie sie etwa zwischen Staaten, Regionen oder auch Stadtteilen gezogen werden eine große Bedeutung. Ebenso werden auch soziale und kulturelle Trennungen durch gegenwärtige Entwicklungen auf den Prüfstand gestellt.

Die Forschungsgruppe „Border & Boundary Studies“ nimmt diese vielfältige Präsenz von Grenzen zum Ausgangspunkt und fragt nach der Beschaffenheit und Relationalität gegenwärtiger Demarkationen in verschiedenen sozialen Feldern. Die klassische Differenz zwischen Studien zu Raumgrenzen (border(land) studies) und sozialen Grenzen (boundary studies) überwindend, thematisiert die Forschungsgruppe Grenzen als hochkomplexe Gegenstände und zwar sowohl in ihrer theoretischen Konzeption als auch in der empirischen Ausgestaltung. Grenzen werden als multidimensionale, dynamische und relationale Gebilde verstanden, die über Praktiken der Grenzziehungen hervorgebracht, stabilisiert und unterlaufen werden.

Um dieser Komplexität von Grenzen näher zu kommen, werden in der Arbeit der Forschungsgruppe Grenzinfrastrukturen als Analysefokus zentral gesetzt. Infrastrukturen können als Substrat angesehen werden, als gleichermaßen „harte“ (Straßen, Grenzzäune, Pipelines etc.) wie auch „weiche“ (Menschen, Dienstleistungen, Kategoriensysteme etc.) Grundlagen der Verbindung und Trennung, die als physische wie symbolische Gelingensbedingungen kollektive soziale Prozesse und übersituative Strukturierungs- bzw. Relationierungsleistungen ermöglichen. Ausgehend von der aktuellen geistes- und sozialwissenschaftlichen Infrastrukturforschung können somit nicht nur einzelne Grenzobjekte und konkordante Grenzpraktiken in den Blick genommen, sondern auch die meist unbewussten, übersituativen, häufig unsichtbaren und standardisierten Relationen von Grenzarbeitsprozessen analysiert werden.

Im Rahmen des Projektes dient das Konzept der Infrastruktur als Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung in drei unterscheidbaren, sich gleichermaßen überlagernden Forschungslinien: 1) Komplexität von Grenzen, 2) Infrastrukturen der Grenze, 3) Umstrittenheit der Grenze