Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION

Stipendiat_innen des Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION

Dr. des. Mitja Sienknecht

sienknecht@europa-uni.de

Förderzeitraum: 01.10.2016-31.12.2016
Förderung aus Mitteln des Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION
 

Postdoc-Stipendiatin

Mitja Sienknecht ist seit Oktober 2016 Postdoc-Stipendiatin am Center B/ORDERS IN MOTION der Europa-Universität Viadrina. In den nächsten Monaten wird sie die Arbeiten der AG Grenztheorien unterstützen und ihre eigene Forschung über Grenzen und Entgrenzungsprozesse in Konfliktsituationen vorantreiben. Im Vordergrund der Arbeit mit der AG steht die Analyse der infrastrukturellen Dimension von Grenzen. Dies eröffnet sowohl einen Zugang zu einzelnen Dimensionen vielfältiger Grenzziehungsprozesse als auch eine Beschreibung der Relationalität von Grenzdimensionen. Darüber hinaus wird sie ihre Forschung zu Entgrenzungsprozessen von innerstaatlichen Konfliktsystemen weiterführen. Aufbauend auf ihrer Dissertation, die sie im Jahre 2015 an der Europa-Universität Viadrina verteidigt hat, untersucht sie aus einer kommunikationstheoretischen Perspektive die Herausbildung von Strukturen zwischen innerstaatlichen Konfliktparteien und Zentren des weltpolitischen Systems.

CV Dr. des. Mitja Sienknecht

Ass. iur. Matthias Hellmund, LL.M.

Matthias.Hellmund@gmail.com

Förderzeitraum: 01.02.2015-31.01.2018
Förderung aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (Ausschreibung des Viadrina Center for Graduate Studies)
 

Promotions-Projekt:

Das panamerikanische „Drug Court”-System als Alternative für die deutsche Strafrechtspflege? Analyse und Vergleich internationaler Erfahrungswerte zum Umgang mit Drogenstraftätern

Die Dissertation ist im Bereich des vergleichenden, internationalen Strafrechts angesiedelt. Ihr Ziel besteht darin, zu überprüfen, ob und inwieweit das inzwischen in mehreren Ländern des amerikanischen Kontinents etablierte „Drug Court“-System eine effiziente Alternative zum eher repressiven, klassischen Strafvollzug in Deutschland darstellen kann.

Bereits im Jahr 1989 begann in den USA, ausgehend von der Initiative eines Richters im Miami-Dade County (Florida), die Verbreitung eines gänzlich neuen Gerichtstypus, den sog. „Drug Courts“. Entwickelt zur Entlastung der Haftanstalten, arbeiten diese Gerichte anhand eines speziell auf drogenabhängige Straftäter zugeschnittenen Therapieverfahrens, das auf einer intensiven Interaktion sowohl mit den Klienten als auch zwischen den beteiligten justiziellen und medizinischen Entscheidungsträgern basiert. Ein Richter übernimmt dabei als „oberster Therapeut“ die Leitung eines gemischten „Drug Court“-Teams und kontrolliert mit dessen fachlicher Unterstützung im Rahmen wöchentlich anberaumter Anhörungen den Therapiefortschritt eines jeden Teilnehmers. Für erfolgreiche Absolventen bietet das Programm neben dem erhaltenen Zugang zu therapeutischen und beruflichen Angeboten die Möglichkeit, eine Einstellung ihres Verfahrens oder zumindest eine deutliche Strafreduzierung zu erreichen.

Der Anspruch der „Drug Courts“ ist es, die Teilnehmer von ihrer Abhängigkeit geheilt und nach Möglichkeit vorstrafenfrei zu entlassen, um ihnen den Einstieg in ihr zukünftiges Leben zu erleichtern und Rückfällen in den Drogenkonsum bzw. Delinquenz nachhaltig vorzubeugen.

Aktuell existieren in den Vereinigten Staaten bei steigender Tendenz bereits über 3.000 solcher „Drug Courts“. Nachahmung hat das Programm bislang in 16 Ländern, vorrangig im anglo- amerikanischen Rechtsraum sowie in Lateinamerika, gefunden. Neuerdings sind jedoch auch kritische Stimmen zu vernehmen, die den Nutzen von „Drug Courts“ generell in Frage stellen. Diskutiert werden neben den immensen Kosten zur Unterhaltung des Programms verfassungsrechtliche Fragen im Zusammenhang mit einer potentiellen Missachtung von Verfahrensgarantien und einer damit einhergehenden „Entmündigung“ der Teilnehmer.

Obwohl das Programm inzwischen auch nach Europa (Irland, Großbritannien, Belgien und Norwegen) gelangt ist, hat eine Reflektion der Thematik in der hiesigen Forschung bislang nicht stattgefunden. Bestandteil der Arbeit ist daher neben einer kritischen Analyse der „Drug Courts“ auch eine Auseinandersetzung mit den in Deutschland bestehenden (Vollzugs-)Praktiken im Umgang mit Drogenstraftätern.

CV Ass. iur. Matthias Hellmund, LL.M.

Marek Elias Sancho Höhne

H.marekeliassancho@yahoo.com

Förderzeitraum: 01.02.2015-31.01.2018
Förderung aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (Ausschreibung des Viadrina Center for Graduate Studies)
 

Promotions-Projekt:

trans*normal? Erzählungen über die Be_grenz_ungen von Trans*_gender in Deutschland

„Who counts as Trangender“ lautet die Überschrift eines Artikels in den Transgender Studies Quarterly Volume 2. Number 1 von 2015. Trans* oder Transgender sind Begriffe die nicht nur Menschen beschreiben, die sich als trans* oder Transgender identifizieren, sondern sind dabei auch an Identifikationen in dem Spannungsfeld moderner Identitäten gebunden. Die Diskurse rund um trans*Körper werden geprägt von verschiedenen Akteur_innen. Massenmedien, trans*Organisationen, trans*Personen in der Öffentlichkeit und viele mehr gestalten Images von trans*Körpern und trans*Narrativen. Ihre interdependente Eingebundenheit wird darin häufig nur bedingt sichtbar und die Bilder orientieren sich an Norm_alisierenden Dominanzvorstellungen. In staatlichen Instanzen wird Deutschland häufig als trans*inklusiv markiert und Medizin und Recht fungieren hier vermeintlich als Hilfesteller_innen. Zugleich werden aktuell über Themen von Geschlecht und Sexualität und so auch trans*Thematiken Politiken gemacht, die die Überlegenheit des globalen Nordens suggerieren und rassistische Entwicklungen befördern.

All diese Akteur_innen und Diskurse prägen Vorstellungen des trans*Norm_alen. Ausgehend davon frage ich, was die Be_grenz_ungen dessen sind, was oder wer unter dem Begriff trans* gefasst wird? Wer die Akteur_innen sind die an den Be_grenz_ungen beteiligt sind – und in welcher Form? Welche Images von trans*Personen in Massenmedien re_produziert und wie trans*Personen und deren Erfahrungen für rassistische Politiken instrumentalisiert werden? Aber auch, wie trans*Organisationen daran beteiligt sind Images von trans* Personen zu re_produzieren? Was die norm_ativen Narrative sind, die den Begriff trans* füllen und an denen sich trans*Personen in Deutschland orientieren und wer dabei ausgelassen wird? Wer zählt eben nicht als ausreichend trans*(gender)?

Und wie können sich trans*Personen vor diesem Hintergrund selbst imaginieren? Wie erzählen wir uns selber? Wie er_möglichen und_oder ver_unmöglichen dominate Narrative_Bilder_Körper unsere trans*Selbsterzählungen und Biographien? Wie bedingen sich unsere Selbsterzählungen und dominante trans*Erzählungen gegenseitig? Wie werden Interdependenzen in diesem Geflecht un_sichtbar? Wer er_zählt sich als trans*(gender)? Mein Folgen der Prozesse rund um die Herrstellung der Be_grenz_ungen von dominanten trans* Erzählungen_Körpern verwebe ich mit autoethnographischen Erzählungen und bringe es mit Selbsterzählungen_Lebensgeschichten von trans*Personen in Dialog um so die interdepenten Be_grenz_ung_en von Bildern_Erzählungen_Verkörperungen von trans* in den Blick zu nehmen, zu schauen, was darin möglich bzw. was darin verunmöglicht wird und wie sich in diesem Feld die Blicke_Bilder_Narrative_Vorstellungen gegenseitig bedingen und re_produzieren.

Abstract (Deutsch & English)

Matthias Pannhorst

Förderzeitraum: 01.02.2015-31.08.2016
Förderung aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (Ausschreibung des Viadrina Center for Graduate Studies)
 

Promotions-Projekt:

Übergänge im und ins Alter: Implikationen für das Marketing aus Sicht der Life-Course-Forschung

Die Wahrnehmung des Alters als vage definiertem Lebensabschnitt ist besonders in den letzten Jahrzehnten einer deutlichen Veränderung unterworfen: Nach wie vor gilt, dass die meisten Menschen alt werden wollen - jedoch möchten die wenigsten alt sein. Dennoch ist die gesellschaftliche Teilhabe im Alter und das aktive Gestalten des eigenen Älterwerdens vor allem in den Industriegesellschaften wichtiger geworden - ein Trend, der sowohl von der akademischen Forschung als auch vom angewandten Marketing aufgegriffen wurde. Die Frage, wie Menschen aus sozialwissenschaftlicher Sicht altern, ist dabei relativ wenig erforscht. Die Arbeit versucht, auf breiter empirischer Grundlage und methodisch innovativ Wege durchs Alter zu identifizieren und darauf aufbauend Rückschlüsse zu ziehen, wie ältere Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen für das Marketing idealerweise anzusprechen sind.