Der Call ist geschlossen. Mit einer Rückmeldung ist voraussichtlich Ende November zu rechnen. Weitere Informationen zur Tagung folgen in Kürze.

Unter dem Titel B/ORDERING CULTURES: ALLTAG, POLITIK, ÄSTHETIK nimmt die 6. Jahrestagung der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft (KWG) das Wechselspiel von Grenzen und Ordnungen aus Sicht der Kulturwissenschaften in den Blick. Zu diesem auch gesellschaftspolitisch hoch aktuellen und in jüngster Zeit wieder sehr brisant diskutierten Thema lädt das Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION in Kooperation mit der KWG-Sektion „Kulturwissenschaftliche Border Studies“ in die an der Oder gelegene Grenzstadt. Vom 8.-10. Oktober 2020 wird eine Bandbreite von Grenz- und Ordnungsbegriffen zur Diskussion gestellt: sozio-symbolische, ästhetisch-materielle und politisch-territoriale Grenz- und Ordnungsvorstellungen werden genauso miteinander in Verbindung gesetzt wie Mikro- und Makroperspektiven auf diese Phänomene.

Der zentral gesetzte Begriff des Bordering schließt dabei an den seit den 2000er Jahren in den Border Studies verbreiteten Fokus auf die diskursive und praktische Herstellung und die damit einhergehende Dynamik von Grenz- und Ordnungsprozessen an. Wir laden Forscherinnen und Forscher ein, hier an der deutsch-polnischen Grenze Grenzziehungen in ihren Bedingungen, Herstellungsweisen und Ordnung generierenden Effekten zu diskutieren. Wie entfalten Ordnungen, die maßgeblich über die Markierung von Differenzen konstituiert werden, im Wechselspiel dieser Unterscheidungen ihre Bedeutung/en?

Alltag, Politik und Ästhetik bilden hierbei gesellschaftlich relevante Domänen der Bearbeitung von Grenz/Ordnungsverhältnissen. Interaktionsordnungen, Geschlechterordnungen oder auch politische Ordnungen in ihren Effekten für alltägliches Handeln, ästhetisch-performative Praktiken der Ab- und Ausgrenzung oder auch temporale Grenzziehungen als den Alltag strukturierendes Moment sollen hier als mögliche Themenstellungen nur angedeutet sein.

Panelvorschläge, die Fragen der Grenz- UND Ordnungsforschung aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive in einem der genannten Felder beleuchten, sind besonders willkommen. Neben inhaltlichen Fragen soll der Fokus auch die folgenden methodologischen Perspektiven auf Ordnungen und Grenzen umfassen:

  • Wie können wir auf die Grenzen von Ordnungen schauen und den Überlappungen, Überlagerungen sowie der Pluralität verschiedener Ordnungsstrukturen analytisch begegnen?
  • Wie können Grenzziehungen, Grenzverhandlungen und Grenzauflösungen als soziale Praxis in ihrer eigenen Geordnetheit aus kulturwissenschaftlicher Perspektive adäquat beschrieben werden?
  • Wie kann der sonst so dominanten Zweiwertigkeit der Grenz- und Ordnungslogiken entgegen getreten werden, so dass auch Dynamiken und Prozesse zwischen Grenzziehungen und Ordnungsstrukturen sichtbar werden (In betweenness)?

Der Call for Panels richtet sich an Forscherinnen und Forscher der Sozial-, Politik-, Geschichts-, Sprach- und Literaturwissenschaften, die sich als Teil der Kulturwissenschaften in einem breiten Sinne verstehen. Gefragt wird nach Vorschlägen für thematische Panel-Sessions in einem oder mehreren der oben genannten Spannungsfelder, wobei die Liste gerne erweitert werden darf.

Die Dauer eines Panels beträgt zwei Stunden. Für die Treffen der KWG-Sektionen wird es innerhalb des Programms gesondert Zeit geben. Empfohlen wird ein Panel mit drei bis vier Vorträgen zu besetzen, so dass die Vortragsslots jeweils 20 Minuten Präsentation + 10 Minuten Diskussion umfassen. Tagungssprache ist Deutsch, aber andere Sprachen sind willkommen. Panelvorschläge erbitten wir bis zum 15.09.2019 an kwg20@europa-uni.de in der Form einer PDF-Datei. Die Vorschläge sollten bitte folgende Daten enthalten:

  • Abstract (ca. 300–500 Wörter exklusive Literaturangaben)
  • Optional: Liste der Referent*innen für Ihr Panel.
    Namen und Herkunftsort der einzuladenden Referenten*innen  aus dem Ausland mit dem Zusatz „angefragt“ oder „zugesagt“, sofern diese finanziell gefördert werden sollen. Wir werden uns bemühen, eine (Teil-)Reisekostenförderung für ausländische Teilnehmer*innen zu ermöglichen. Die Namen der zu fördernden Referent*innen müssen uns aus organisatorischen Gründen bis zum 15.09.2019 vorliegen. Spätere Nennungen zu fördernder Personen können wir leider nicht berücksichtigen.

Kontakt:
Maria Klessmann (kwg20@europa-uni.de)

https://www.borders-in-motion.de/

Organisation
Konstanze Jungbluth
Europa-Universität Viadrina

Claudia Weber
Europa-Universität Viadrina

Maria Klessmann
Europa-Universität Viadrina

Carolin Leutloff-Grandits
Europa-Universität Viadrina

Andrea Meissner
Europa-Universität Viadrina