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Working Paper Series

Working Paper Series B/ORDERS IN MOTION Nr. 7

Timm Beichelt, Lea Valentin

Liminality and Transnationalism. Two Forces upon Shifting Borders in Contemporary Europe

The working paper presents two analytical concepts to examine territorial borders: liminality and transnationalism. The combination of both concepts offers an approach to borders and migration practices which takes borders not simply as a point of departure but puts border zones and their transgressions to the centre of attention, revealing their ambiguous, in-between character. Taking into account empirical observations of complex, multi-directional migration patterns and conceptualizing them as liminal transmigration, we challenge the rhetoric of impermeable territorial borders and an enduring, one-way migration flow into Western Europe. Instead, we propose a perspective on borders that not only allows for ambiguities but makes analytical as well as empirical disruptions productive.

Keywords: Borders, Boundaries, Transnationalism, Liminality, Migration

DOI:10.11584/B-ORDERS.7




Working Paper Series B/ORDERS IN MOTION Nr. 6

Larissa Schindler

Mobilität von den Grenzen her denken? Zur Kompatibilität von Grenzforschung und Mobilitätsforschung

In gewisser Weise wirken die Gegenwartsdiagnosen von Mobilitätsforschung und Grenzforschung unvereinbar. Betont erstere die Zunahme von Mobilität, so konstatiert zweitere die zunehmende Bedeutung von Grenzen. Der folgende Beitrag argumentiert, dass diese beiden Befunde nicht im Widerspruch stehen, sondern sich in analytisch fruchtbarer Weise ergänzen. Vor diesem Hintergrund beschäftigt er sich mit verschiedenen Schnittstellen zwischen den beiden Forschungsansätzen. In der Grenzforschung bildet die Thematik der Beweglichkeit von territorialen Grenzen eine solche Schnittstelle, in der Mobilitätsforschung der Fokus auf zeitliche Grenzen. In beiden Ansätzen finden sich Forschungsarbeiten zu sozialen Grenzen von Mobilität, die ebenfalls als Schnittstelle zu sehen sind. Folgt man dem „weiten“ Begriff von Grenzen in jüngeren, konzeptionellen Arbeiten aus der Grenzforschung, so werden zudem die Phänomene der Mobilität an Grenzen sowie der Mobilität wegen Grenzen als Schnittstellen evident. Diese Perspektive erzeugt in vielerlei Hinsicht ein differenzierteres Bild über Grenzen und ihre verschiedenen Dynamiken. Auch die sozialen Ordnungen, die sie umgrenzen, können dabei in den Blick geraten, ebenso wie jene in den verschiedenen Zwischenzonen und zwischen den getrennten Fragmenten.

Schlagworte: Territoriale Grenzen, Soziale Grenzen, Bewegliche Grenzen, Mobilitätschancen, Grenzziehungspraktiken, Grenzzonen, Grenzmobilität, soziale Ordnung, Grenzsoziologie, Praxistheorien.

DOI:10.11584/B-ORDERS.6




Working Paper Series B/ORDERS IN MOTION Nr. 5

Paula Bohm, Florian Grundmüller, Felix Ochsmann, Dinah Rothenberg, Christina Teckemeyer

Perspektiven einer Planstadt. Eisenhüttenstadt und die Zentrale Ausländerbehörde

Der vorliegende Text beschäftigt sich mit der brandenburgischen Kleinstadt Eisenhüttenstadt an der deutsch-polnischen Grenze und der dort angesiedelten Unterkunft für Geflüchtete. ‚Perspektiven einer Planstadt‘ nähert sich Eisenhüttenstadt aus verschiedenen Richtungen. Als Publikation eines studentisch organisierten Forschungsprojekts versucht das Heft die unterschiedlichen Zugänge und Methoden zu beschreiben, zu kommentieren und zu reflektieren. Einige Ergebnisse wurden bereits in einer Ausstellung gezeigt, weshalb dieser Text auch als Begleitprogramm zur audiovisuellen Übersetzung der Forschungsergebnisse gelesen werden kann. In Schwerpunktkapiteln zu WOHNEN, FREIZEIT,WARTEN & LANGEWEILE, KRIMINALITÄT und ANERKENNUNG werden zentrale Themen detaillierter betrachtet und analysiert.

Zum einen scheint es sinnvoll, danach zu fragen, wie Eisenhüttenstadt als periphere Kleinstadt am Rande der Bundesrepublik mit der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete für Brandenburg umgeht und umgehen kann, und zum anderen, inwieweit mit der Geflüchtetenunterkunft in der Stadt neue soziale und ethnisierte Grenzen gezogen werden.

Schlagwörter: Geflüchtetenunterkunft, Migration, soziale Grenzen, Ethnizität, multimediales Forschen

DOI:10.11584/B-ORDERS.5




Working Paper Series B/ORDERS IN MOTION Nr. 4

Concha Maria Höfler

Establishing the End of the Soviet Union as a Temporal Boundary. Perspectives from Georgia’s Greek Community

In interview conversations with self-identifying members of Georgia’s shrinking Greek community, consultants regularly contrast aspects of their life that have changed profoundly since the end of the Soviet Union, thereby establishing the end of the Soviet Union as a temporal threshold relating today to a very different yesterday. Based on an ethnographically informed conversation analysis of 49 semi-structured interview conversations, this article aims to further our understanding of what the end of the Soviet Union means to my consultants, contributing a sociolinguistic perspective to current debates in the field of Border and Boundary Studies. I will take two analytical perspectives, both of which highlight different important aspects. Firstly, I follow the metaphor of family breakdown that emerged in the interviews as having occurred on two levels. On a community level, this breakdown of the Soviet “family of nations” is narrated for instance in terms of rising Georgian nationalism. This is perceived as challenging consultants’ belonging to the Georgian nation state and as drawing new boundaries.
On an individual and very tangible level, consultants communicatively have to come to terms with their own families being put under strain through family members’ migration to Greece. Secondly, I follow the tidemarks left by the Soviet yesterday in independent Georgia’s today and how consultants use them to position themselves and their community.

Schlagwörter: temporal boundaries, Greeks in Georgia, minorities after the Soviet Union, ethnographically informed conversation analysis

DOI:10.11584/B-ORDERS.4




Working Paper Series B/ORDERS IN MOTION Nr. 3

Sandro Mezzadra:

Sealing Borders?
Rethinking Border Studies in Hard Times

This working paper is based on the keynote lecture held at the International Conference “B/ORDERS IN MOTION. Current Challenges and Future Perspectives” on November 15, 2018. The talk starts with a couple of snapshots from developments and conflicts in the Mediterranean in the summer of 2018 in order to conjure up the high stakes of border studies today. The attempt to seal the maritime border performed in particular by the Italian government is then discussed within a global framework and against the background of recent developments in (critical) border studies. The point is made that in order to understand even the most exclusionary border policies and regimes, there is a need to take into consideration a multiplicity of heterogeneous bordering devices which prompt and shape wider transformations of political, social, and economic orders. The talk closes with an outline from this point of view of some of the main challenges for border studies in Europe and beyond emerging from the current conjuncture.

Schlagwörter: Grenzen, Grenzkontrollen, Grenzregime, Geflüchtete, Migration

DOI:10.11584/B-ORDERS.3




Working Paper Series B/ORDERS IN MOTION Nr. 2

Gangolf Hübinger:

Europäische Ordnungsvorstellungen nach 1918. Theoretische Aspekte und exemplarische Fälle

Europa wurde in der Folge des Ersten Weltkrieges zum Laboratorium für ein experimentelles Ordnungsdenken in enger Wechselbeziehung mit nationalen Grenzdiskursen. Um diese Wechselwirkung geht es unter vier Aspekten. Zuerst werden theoretische Konzepte angesprochen, die das historische Problemfeld „Ordnungsmuster“, „Ordnungsvorstellungen“ und „Ordnungserfahrungen“ strukturieren und begriffliche Zugänge bereitstellen. Exemplarisch werden zweitens die Pariser Friedensverträge von 1919/20 zu den Vorstellungen befragt, die „Versailles“ zum Erinnerungsort einer „neuen Weltordnung“ gemacht haben. In dieses Problemfeld werden drittens zeitgenössische Kontroversen über „Kapitalismus und Demokratie“ einbezogen. Für wie kompatibel haben nach 1918 sozialwissenschaftliche Experten und Expertinnen die beiden „westlichen“ Ordnungssysteme des Kapitalismus und der Demokratie gehalten? Für die Wissensordnungen des 20. Jahrhunderts ist das bis heute eine offene Forschungsfrage. Abschließend wird die Frage aufgeworfen, welche Narrative zu den modernen Zivilisationsordnungendurch „Versailles“ freigesetzt wurden und auf welche Weise sie Prozesse der Pluralisierung oder der Polarisierung in Europa befördert haben.

Schlagwörter: Europa, Grenze, Grenzforschung, Ordnung, Ordnungsmuster, Ordnungssysteme, Ordnungsdenken, Versailles

DOI:10.11584/B-ORDERS.2


 

 
Working Paper Series B/ORDERS IN MOTION Nr. 1

Werner Schiffauer, Jochen Koch, Andreas Reckwitz, Kerstin Schoor, Hannes Krämer:

Borders in Motion: Durabilität, Permeabilität, Liminalität

Der vorliegende Text ist die Zusammenfassung des zentralen Gründungsdokuments des Forschungszentrums Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION. Zugleich markiert das Working Paper einen zentralen inhaltlichen Kipppunkt in der Diskussion um die Analyse von Grenzen: Wir sprechen uns dafür aus, Grenzen keineswegs nur als territorial-rechtliche Phänomene zu verstehen, die entsprechend von genuin raumwissenschaftlichen Disziplinen untersucht werden. Vielmehr sind Grenzen als ein interdisziplinärer Gegenstand zu konzeptualisieren, der sowohl auf räumlicher, zeitlicher, sozialer als auch kultureller Ebene zu verorten ist. Von Interesse sind demnach die verschiedensten dynamischen Praktiken von Grenzziehungen und -auflösungen, welche als konstitutiv für gesellschaftliche und kulturelle Gebilde der Gegenwart und Geschichte insgesamt angesehen werden können. Eine solche Position deckt sich mit den diversen Befunden interdisziplinärer Grenzforschung, wie sie etwa in den Border(land) Studies, der Forschung zu sozialen und symbolischen Boundaries sowie in der Analyse räumlicher und zeitlicher Grenzen zu finden ist. Diese Bündelung sozial-, kultur-, wirtschafts- und rechtswissenschaftlicher Analysen zu den Prozessen der Markierung, Überschreitung, Auflösung und Neuetablierung von Grenzen mündet in einen analytischen Referenzrahmen und der Skizzierung eines Forschungsprogramms, in dessen Zentrum die Begriffe der Durabilität, Permeabilität, Liminalität stehen.

Schlagwörter: Grenzforschung, Interdisziplinarität, Grenzdimensionen , Grenzen und Ordnungen, B/Orders in Motion, Durabilität, Permeabilität, Liminalität.

DOI:10.11584/B-ORDERS.1


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