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BMBF-Projekt zu Modernisierungsblockaden in der DDR eingeworben

Die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) beteiligt sich mit drei Teilprojekten an dem interdisziplinären Forschungsprojekt „Modernisierungsblockaden in Wirtschaft und Wissenschaft der DDR“. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Verbundprojekt zunächst vier Jahre lang mit insgesamt 3 Millionen Euro. Neben der Viadrina wirken auch die Universität Bremen, die die Projektleitung innehat, die Friedrich-Schiller-Universität Jena und die Technische Universität Berlin daran mit.

Die Projektpartner untersuchen, wie sich Modernisierungsblockaden in der ehemaligen DDR auf die wirtschaftliche Entwicklung Ostdeutschlands nach 1989 ausgewirkt haben, wie sich das Wechselverhältnis von Wissenschaft und Wirtschaft gestaltete, und in welchen Aspekten sich Ansätze für Modernisierungsspielräume zeigten. Diese Fragestellungen sollen zudem vergleichend mit Entwicklungen in den ostmitteleuropäischen Nachbarländern analysiert werden.

„Dank der Förderung seitens des BMBF können wir nicht nur interdisziplinär, sondern auch transdisziplinär forschen, da die Fächer Volkswirtschaft, Wirtschaftsgeschichte, Soziologie, Politologie und Statistik in dem Verbund vertreten sind. Das BMBF legt sehr großen Wert auf gesellschaftliche Relevanz und Sichtbarkeit unserer Forschungsergebnisse. Aus diesem Grund werden allein aus unserer Region die Frankfurter Außenstelle der Stasi-Unterlagen-Behörde und das Museum Viadrina als Partner in unsere Arbeit einbezogen“, betont Prof. Dr. Dagmara Jajeśniak-Quast, Sprecherin des Verbundprojektes an der Viadrina.

Die Teilprojekte der Europa-Universität sind den Themen innovative Marktnischen, sozio-ökonomisches Denken und unternehmerische Handlungsorientierungen der Umbruchgeneration gewidmet. Das Projektteam „Marktnischen“ untersucht, warum einzelne Unternehmen in der Werft-, Computer- und Chemieindustrie in Ostdeutschland wachsen konnten, während andere schließen mussten. Ein weiteres Teilprojekt geht der Frage nach, inwiefern die Wirtschaftswissenschaften in der ehemaligen DDR, in Polen und in der ehemaligen Tschechoslowakei tragfähige Modelle der gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge sowie verlässliche empirische Daten für die Planwirtschaft liefern konnten. Im dritten Teilprojekt wird analysiert, welche Handlungsspielräume ostdeutsche und polnische Unternehmensgründerinnen und -gründer nach 1989 wie nutzten und welche Sozialisationsprägungen sie aufweisen.

An der Europa-Universität Viadrina werden die Teilprojekte von Prof. Dr. Dagmara Jajeśniak-Quast, Leiterin des Zentrums für Interdisziplinäre Polenstudien, Prof. Dr. Anna Schwarz, Inhaberin der Professur für Vergleichende Politische Soziologie, und ihren wissenschaftlichen Mitarbeitenden betreut. Ebenfalls beteiligt sind Prof. Dr. Hans-Jürgen Wagener, emeritierter Viadrina-Volkswirt und Experte für Transformationsstudien, und Prof. Dr. Knut Richter, emeritierter Viadrina-Betriebswirt und Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaft an der St. Petersburger Staatlichen Universität.

Zur Projektbeschreibung


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