Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION

Von Paris nach St. Petersburg und von Kaunas nach New York. Eine Kulturgeschichte transnationaler Mobilität im östlichen Europa

  • Dr. Jan Musekamp, musekamp@europa-uni.de
  • Prof. em. Dr. Karl Schlögel
  • Prof. Dr. Klaus Weber
  • Prof. Dr. Timothy Parsons, Washington University in St. Louis/USA
  • Centre Marc Bloch, Berlin; Forschungsverbund „Phantomgrenzen"
Europa-Universität Viadrina; Forschungsaufenthalte gefördert durch: VolkswagenStiftung; Max Weber Stiftung
2008-2014

Das lange 19. Jahrhundert war eine Zeit radikalen Wandels in allen Gesellschaftsbereichen. Die Revolution in Transport und Kommunikation erreichte mit der Entwicklung eines europäischen Eisenbahnsystems ihren Höhepunkt. Das Forschungsprojekt stellt eine Kulturgeschichte der Mobilität im östlichen Europa dar. Ich richte mein Augenmerk auf die Ostbahn als eines ausgezeichneten Beispiels für die Entstehung internationaler Transportnetzwerke vor dem Ersten Weltkrieg: Der erste Zug aus Berlin erreichte 1857 Königsberg (Kaliningrad). Vier Jahre später wurde die Ostbahn mit dem russischen Bahnnetz verknüpft. Fortan transportierte die Bahn Reisende und Güter von Paris nach St. Petersburg und vice versa. Im Gegensatz zu früheren, nationalgeschichtlich orientierten Forschungen auf dem Feld der Mobilitätsgeschichte wird im Rahmen dieses Projekts der Einfluss der Bahn auf die Entwicklung internationaler Netzwerke analysiert. Im Projekt untersuche ich die Rolle von Infrastrukturen in unterschiedlichen Bereichen von Gesellschaft und Wirtschaft. Forschungen dazu sind rar, insbesondere was Mittel- und Osteuropa und den Einfluss der grenzüberschreitenden Bewegung von Passagieren und Gütern  auf den Ideenaustausch und die Entwicklung von Auto- und Heterostereotypen betrifft. Dieses Desiderat gilt ganz besonders für den von mir gewählten interdisziplinären und transnationalen Ansatz, der sich Methoden der Sozial- und Kulturwissenschaften bedient.

Project description in English