Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION

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Nr. 2 der Working Paper Series B/ORDERS IN MOTION ist online – Hübinger: Europäische Ordnungsvorstellungen nach 1918

Soeben wurde das zweite Working Paper der Series B/ORDERS IN MOTION veröffentlicht:

Gangolf Hübinger: Europäische Ordnungsvorstellungen nach 1918. Theoretische Aspekte und exemplarische Fälle

Sie finden das Working Paper zum Download hier.


Europa wurde in der Folge des Ersten Weltkrieges zum Laboratorium für ein experimentelles Ordnungsdenken in enger Wechselbeziehung mit nationalen Grenzdiskursen. Um diese Wechselwirkung geht es unter vier Aspekten. Zuerst werden theoretische Konzepte angesprochen, die das historische Problemfeld „Ordnungsmuster“, „Ordnungsvorstellungen“ und „Ordnungserfahrungen“ strukturieren und begriffliche Zugänge bereitstellen. Exemplarisch werden zweitens die Pariser Friedensverträge von 1919/20 zu den Vorstellungen befragt, die „Versailles“ zum Erinnerungsort einer „neuen Weltordnung“ gemacht haben. In dieses Problemfeld werden drittens zeitgenössische Kontroversen über „Kapitalismus und Demokratie“ einbezogen. Für wie kompatibel haben nach 1918 sozialwissenschaftliche Experten und Expertinnen die beiden „westlichen“ Ordnungssysteme des Kapitalismus und der Demokratie gehalten? Für die Wissensordnungen des 20. Jahrhunderts ist das bis heute eine offene Forschungsfrage. Abschließend wird die Frage aufgeworfen, welche Narrative zu den modernen Zivilisationsordnungendurch „Versailles“ freigesetzt wurden und auf welche Weise sie Prozesse der Pluralisierung oder der Polarisierung in Europa befördert haben.