Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION

Kulturtourismus 2.0: Digitale Strategien für grenzregionales Kulturerbe

  • Prof. Dr. Andrea Hausmann, hausmann@europa-uni.de
  • Neda Nouri-Fritsche, Nouri-Fritsche@europa-uni.de
  • Prof. Dr. Dr. Ulrich Knefelkamp, Professur für Mittelalterliche Geschichte Mitteleuropas und regionale Kulturgeschichte
  • PD Dr. habil. Olga Kurilo, Projektleiterin trialog, Präsidialbüro
  • Dr. Thomas Serrier, Französische Gastprofessur/Université Paris 8 Vincennes – Saint-Denis
  • Prof. Dr. Paul Zalewski, Professur für Denkmalkunde
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (Seed Money)
Januar 2015 – Dezember 2015

Tourismus gilt global als wichtiger Wirtschaftsfaktor, der zu Wachstum, Einkommen und Beschäftigung beiträgt. Im Jahr 2013 haben weltweit mehr als eine Milliarde Menschen eine touristische Reise ins Ausland unternommen. Damit ist die Zahl der Auslandstouristen seit 1950 um das Vierzigfache gestiegen. Innerhalb der verschiedenen Teilmärkte des Tourismus zählt der Kulturtourismus mit zu den wichtigsten und am schnellsten wachsenden Segmenten. Seit dem Jahr 2000 stieg allein die Zahl der Kulturreisen der Europäer laut World Travel Monitor (WTM) um rund 30 Prozent. Kulturtourismus verfügt neben seiner wirtschaftlichen Bedeutung über eine wichtige politische Rolle. Kulturtourismus fördert regionale Entwicklungen und die Bildung einer gemeinsamen Identität, ein Aspekt, der insbesondere auch in europäischen Grenzregionen von Bedeutung ist.

Denn unabhängig von Grenzziehungen gründet die Gemeinschaft der Europäer auf einem gemeinsamen kulturellen Erbe. Kulturtouristen sind in diesem Kontext Menschen, die durch ihre nicht grenzgebundenen Erkundungen aktiv am Prozess der grenzüberschreitenden Identitätsbildung teilhaben und ihn voran treiben können. Mit Blick auf andere Segmente der Tourismus- und Hospitalityindustrie zeigt sich dabei, dass die Erschließung und Bearbeitung touristischer Zielgruppen zunehmend mehr auf Basis web-basierter Technologien erfolgt. Social Media und andere Anwendungen, wie z.B. Mobile Apps, Digital Storytelling, QR Codes, Augmented Reality oder Geocaching, werden eingesetzt, um Nachfragern mehr Informationen und Service zu bieten, Möglichkeiten zur Partizipation zu schaffen, die Accessibility von Destinationen zu erhöhen und sich insgesamt mehr an den veränderten Bedürfnissen und Rezeptionsgewohnheiten von Kunden auszurichten. Es ist Projektziel, diese Möglichkeiten digitaler Strategien und des Einsatzes neuer Medien für die Festigung europäischer Identität im Rahmen kulturtouristischer Aktivitäten und der Erschließung, Verortung und Entgrenzung mittel- und osteuropäischen Kulturerbes auszuloten.

Project description in English