Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION

Grenzen in den Erinnerungen - Grenzen der Erinnerungen. Borders als europäischer Erinnerungsort

  • Prof. Dr. Werner Benecke, Professor für Kultur und Geschichte Mittel- und Osteuropas
  • Dr. habil. Thomas Serrier, Université Paris 8 / Gastprofessor an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät
  • Prof. Dr. Claudia Weber, Professur für Europäische Zeitgeschichte
  • Mike Plitt, Projektkoordination, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
  • Prof. Dr. Klaus Weber, Professor für Vergleichende Europäische Wirtschafts-und Sozialgeschichte
  • Prof. Dr. Paul Zalewski, Professur für Denkmalkunde
  • Prof. Dr. Etienne François, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
  • Dr. Béatrice von Hirschhausen, Centre Marc Bloch - Deutsch-französisches Forschungszentrum für Sozialwissenschaften Berlin / Leiterin des Kompetenznetzes „Phantomgrenzen in Ostmitteleuropa" (BMBF)
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (Seed Money)
April 2014 - März 2015. Folgeförderung bis 31. Dezember 2015

„Die Geschichte Europas ist die seiner Grenzen" (Krzysztof Pomian).

Das Verschwinden von Grenzen durch die Auflösung politischer und gesellschaftlicher Ordnungen, durch neue Grenzziehungen oder Umfunktionierungen bestehender Grenzen, sowie andererseits auch die Dauerhaftigkeit (durability) von Grenzen, die sich in verschiedenen, materiellen, kulturellen, sozialen bzw. habituellen Formen von „Phantomgrenzen" niederschlagen, legen eine Beschäftigung mit der Thematik der Grenze aus der Perspektive der nach wie vor boomenden Erinnerungsforschung nahe.

Im Projekt „Grenzen in den Erinnerungen / Grenzen der Erinnerungen. Borders als europäischer Erinnerungsort" soll(en) deshalb die Grenze(n) als zentrales Merkmal europäischer Geschichte einer breit angelegten, per se mehrdisziplinären kulturellen Erinnerungsforschung unterzogen werden, die mit einem geschärften Blick für die multiplexen Verflechtungen einer gesamteuropäischen „histoire croisée" operiert. Die Mehrdeutigkeit des Projekttitels „Grenzen in den Erinnerungen / Grenzen der Erinnerungen. Borders als europäischer Erinnerungsort" ist von daher Programm: Bei der Erforschung von Grenze(n) als Gegenstand kollektiver Erinnerung - insbesondere in deren europäischen Dimensionen - gilt es, die Grenzen zwischen den sprachlich, politisch und/oder sozial definierten Erinnerungskulturen einzubeziehen. Somit wird die Begrenztheit der Erinnerungskollektive einen zentralen Punkt bilden.

Über die Mehrsprachigkeit und Mehrperspektivität hinaus kennzeichnet sich das Vorhaben durch eine programmatische Berücksichtigung mehrerer, sich ergänzender Ebenen der Analyse. Das Projekt soll offen sein, zum einen für eine Suche nach der Grenze als einem europäischen Erinnerungsort. Zum anderen sollen regionalgeschichtliche Fallstudien mit Fokus auf den Raum Frankfurt/Słubice in ihm Platz finden. Darüber hinaus erscheint die biographische Dimension der Erinnerung an Grenzen, etwa anhand von Grenzgänger-Biographien, ebenfalls sinnvoll.

Im Rahmen der Seed Money-Förderung konnte die Finanzierung für das Projekt Zeitlandschaften. Transnationale Vergangenheitsdiskurse und Zukunftsentwürfe am Ende des Kalten Krieges erfolgreich bei der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung eingeworben werden.

Project description in English

Opis projektu po polsku