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Europa und seine Grenzen / L'Europe et ses frontières. Internationales Schriftstellertreffen in Berlin. 14.-16. November

Wir leben in einer Zeit der Debatte darüber, was „Europa“ eigentlich sei. Während heute Konsens über die Reformnotwendigkeit der Institutionen der EU besteht, hat sich die Debatte längst zu einer Identitätsdebatte umgeformt. In den globalisierungsbedingten Verunsicherungen ist der Europa-Begriff massiv durch identitäre und neorechte Bewegungen vereinnahmt worden, die in Europa „eine Tatsache“ ausmachen, welche in der longue durée eines kulturellen „Abendlandes“ bestehe und die es gegen das Eindringen der Welt zu verteidigen gelte. Die Tagung will dagegen ein öffentliches Zeichen setzen, den Begriff „Europa“ wieder öffnen und Argumente für ein anderes Verständnis liefern. Das französische Kollektiv inculte diskutiert in Berlin mit internationalen AutorInnen. Da die Frage der Welt und der Haltung zu dieser mit Auerbach eine ästhetische Frage ist und die „Politik der Literatur“ mit Rancière in dieser Frage der Darstellung liegt, soll die Diskussion ausgehend vom Schreiben geführt werden: Wie stellt man/sich europäische Wirklichkeiten dar? Welche Welt wird dabei entworfen? Der politische Charakter der Frage liegt dabei mit Jacques Derridas Das andere Kap in der Frage nach den „Grenzen“ Europas, also in der Frage, was Europa sein kann und möchte und wohin es sich entwirft.

Die Veranstaltungsorte sind das Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191, 10117 Berlin und das Literarische Colloquium Berlin (LCB), Am Sandwerder 5, 14109 Berlin.

Das Programm finden Sie hier.