Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION

Das Indernet: Eine virtuelle Ethnographie

  • Dr. Urmila Goel
Volkswagen-Stiftung, Asia Centre, University of New England, Armidale/Australia, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
seit 2004

Das Habilitationsprojekt „Das Indernet: Eine virtuelle Ethnographie" analysiert die Verhandlung natio-ethno-kultureller Zugehörigkeit im/durch/mit dem virtuellen Raum Indernet.

Der virtuelle Raum Indernet ist besonders, da er, erstens, zwar indisch definiert wird (über Symbole und inhaltliche Bezüge), dafür aber die deutsche Sprache genutzt wird. Zweitens, hat er es innerhalb kürzester Zeit geschafft, seine Zielgruppe (die zweite Generation Inder_innen in Deutschland) zu erreichen und für sie zu einem bedeutenden Referenzpunkt zu werden. Drittens, hat das Internetportal mehrere technische Krisen und eine jahrelange Stagnation überlebt, eine langfristige Bindung der Nutzer_innen erreicht und nach elf Jahren einen Relaunch als Blog und Facebook-Seite erfahren.

Seit seiner Gründung im Jahr 2000 war das Indernet immer wieder daran beteiligt unterschiedliche Grenzen (zwischen den Kindern von Migrant_innen und der Dominanzgesellschaft, unter den Kinder von Migrant_innen, zwischen Zugehörigkeitskontexten, über nationale Grenzen hinweg, zwischen virtuellen und physischen Räumen, zwischen verschiedenen virtuellen Räumen) zu verhandeln und zu verändern. Dies wird im Habilitationsprojekt durch drei verschiedene Zugänge (Fokus auf die Frage von natio-ethno-kultureller Zugehörigkeit, von Raum und Vielfalt sowie der Entwicklung des Portals) analysiert. Dabei verbindet das Projekt einen rassismuskritischen theoretischen Zugang mit Methoden der virtuellen Ethnographie.

Project description in English