Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION

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CfP: UniGR-CBS “Borders in Perspective”, Themenheft Vol. 4

B/ORDERING THE ANTHROPOCENE
INTER-AND TRANSDISCIPLINARY PERSPECTIVES ON NATURE-CULTURE RELATIONS

Im Rahmen des Interreg-Projekts VA Großregion UniGR-Center for Border Studies wird Ende des Jahres 2019 ein Themenheft der Reihe UniGR-CBS „Borders in Perspective“ zum Thema „B/ordering the Anthropocene: Inter-and transdisciplinary perspectives on nature-culture relations“ erscheinen, zu dem wir Sie herzlich einladen Artikel beizutragen.

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit ‚Grenze(n)‘ ist seit jeher ein multidisziplinäres Feld, in dem verschiedene Auffassungen von Grenze diskutiert und analysiert werden. Jedoch wirken Grenzen nicht nur als separierende Gefüge, sondern stellen zugleich eine Verbindung zwischen zwei Polen dar. So fungiert die ‚Grenze‘ für das UniGR-CBS als eine Art „boundary concept“ (Mollinga 2010), da sie es vermag, verschiede Perspektiven auf einen Gegenstand in einen produktiven Dialog zu bringen.
In und mit diesem Themenheft möchten wir zur produktiven Grenzarbeit einladen, um das Verhältnis von Natur und Kultur im Kontext des Anthropozäns auszuleuchten. Der Begriff „Anthropozän“ wurde vor einigen Jahren von Paul Crutzen als Bezeichnung für die gegenwärtige erdgeschichtliche Epoche vorgeschlagen, in welcher der Mensch neben anderen geologischen Kräften als zentrale Triebkraft für die globalen Veränderungen ökologischer Systeme angesehen wird (Crutzen 2002). Seitdem hat die Idee des Anthropozäns eine große Resonanz im Wissenschaftssystem und darüber hinaus erhalten. Einige Wissenschaftler_innen sprechen sogar von einem paradigmatischen Wandel: „Die Zeitdiagnose vom Anthropozän könnte das Verhältnis von Natur- und Sozialwissenschaften und von Gesellschaft und Wissenschaft verändern“ (Jahn et al. 2015, S. 92). In dieser geologischen Epoche gelten Phänomene wie der anthropogene Klimawandel oder der Verlust von Biodiversität als „Beispiele für Probleme mit einer neuartigen Struktur“, denn sie verknüpfen „soziales Handeln und ökologische Effekte so eng miteinander (…), dass die bisher scheinbar so sicheren Grenzlinien zwischen Gesellschaft und Natur immer mehr verschwimmen“ (Jahn 2008, S. 25). Aus diesem Grund bedarf es einer grenzüberschreitenden Forschung – einer Forschung, die nicht halt an disziplinären Grenzen macht, sondern diese erkundet, ausleuchtet und überwindet.

So lassen sich die ökosozialen Herausforderungen des Anthropozäns weder innerhalb strikter disziplinären Grenzen bewältigen, noch lassen sie sich auf administrative oder politische Grenzräume beschränken. Um die Probleme, Herausforderungen und potentiellen Chancen des Anthropozäns zu erforschen, bedarf es einer dynamischen Grenzarbeit, die eine multiperspektivische Analyse unserer Gegenwart und eine facettenreiche Vision unserer Zukunft ermöglicht. Dem möchten wir in unserem Themenheft nachgehen.
Wir stellen die Frage, wie diese inter- und transdisziplinäre Grenzarbeit gestaltet werden kann, welche ‚boundary concepts‘ dafür gewinnbringend sind und wie Wissenschaft und Gesellschaft in diesem b/ordering-Prozess zusammenwirken. Die Beträge sollten einen (grenzüberschreitenden) Blick auf Mensch-Umwelt Beziehungen im Anthropozän werfen und können sowohl theoretische, methodische als auch empirische Aspekte dieser Thematik aus verschiedenen (inter-)disziplinären Perspektiven beleuchten.

Wir laden Sie ein, Beiträge zu diesem Themenheft zu übermitteln und freuen uns über eine kurze Interessenbekundung samt eines Abstracts (max. 250 Wörter) bis zum 22. Februar 2019 an kanesu@uni-trier.de.

Die Beiträge können auf Deutsch, Französisch oder Englisch verfasst werden und sollten einen Umfang von 10 bis 15 Seiten haben (entspricht ca. 35.000-60.000 Zeichen mit Leerzeichen). Die Beiträge sind bis Anfang September einzureichen. In einem Reviewprozess werden sie begutachtet. Die Veröffentlichung des Themenhefts ist für Ende des Jahres 2019 geplant und wird als open access Publikation auf der UniGR-Center for Border Studies Homepage verfügbar sein.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und sind gespannt auf Ihre Vorschläge.

Mit freundlichen Grüßen,
Antje Bruns und Rebekka Kanesu
(Herausgeberinnen)

brunsa@uni-trier.de; kanesu@uni-trier.de

Governance & Sustainability Lab
Fachbereich VI – Raum- und Umweltwissenschaften
Universität Trier
Behringstrasse 21
54286 Trier
Deutschland

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